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Über das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL)
Das Referat 36 des Landesamts für Geoinformation und Landentwicklung Baden‑Württemberg (LGL) übernimmt als zentraler IT‑Dienstleister der Landesforstverwaltung eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung und kontinuierlichen Weiterentwicklung der forstlichen IT‑Fachverfahren.
In enger Zusammenarbeit mit den fachlich zuständigen Stellen analysiert und realisiert das Referat technische Anforderungen, optimiert bestehende Prozesse und stellt sicher, dass moderne, leistungsfähige und praxisorientierte IT‑Lösungen bereitstehen.
Branche: Softwareentwicklung für Geoportale, Vermessungs-, Flurneuordnungs-, Landwirtschafts-, Forstwirtschafts- und Verbraucherschutzanwendungen
Anzahl Mitarbeitende: Ca. 2000 Försterinnen und Förster sowie externe Mitarbeitende
Zuständigkeit: 44 Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg
Die Herausforderung
Die vom LGL betreuten unteren Forstbehörden stehen im Rahmen des Reviermanagements vor der Aufgabe, eine Vielzahl an Infrastruktur und Erhaltungsobjekten zu erfassen, übersichtlich dokumentieren, auf deren Zu-stand zu beurteilen und bei Bedarf Maßnahmen einzuleiten. Zu solchen Objekten gehören unter anderem Sitzbänke, Geländemerkmale, Sportgeräte, Treppen, Spielgeräte oder Brunnen, die regelmäßig kontrolliert und je nach Zustand instandgehalten oder ersetzt werden müssen.
In der Vergangenheit haben Revierleitende für diese Aufgabe Stift und Papier verwendet und bei der Digitalisierung der aufgenommenen Punkte ihre eigene, nicht standardisierte oder vereinheitlichte Symbolik verwendet.
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Die Lösung
Um die Erfassung und Bewertung von Objekten während der Revierkontrollen weiter zu vereinheitlichen und die tägliche Arbeit der betreuten unteren Forstbehörden zu erleichtern, wurde gemeinsam mit dem LGL ein Konzept für eine dynamische, attributbasierte Kartendarstellung entwickelt.
Kern der Lösung ist ein ArcGIS Symbol Dictionary, das modulare Symbole auf Basis der Attributwerte generiert. Modular bedeutet, dass durch jede Kombination aus Typ, Maßnahmenbedarf und Bearbeitungsstatus eine spezifische visuelle Darstellung erzeugt wird, ohne dass zusätzliche manuelle Anpassungen erforderlich sind.
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Beispiele aus der Anwendung
- Der Typ bestimmt das Basissymbol. Etwa für:
- Sitzbank
- Geländemerkmal
- Sportgerät
- Treppe
- Spielgerät
- Brunnen
Die gewählten Symbole stammen nicht aus dem ArcGIS Standardsymbolpool, sondern sind vom LGL gestellt, sodass sie zum Organisations-Design passen.
- Das Feld „Status der Maßnahme“ (Auftrag, Erledigt, Erfasst, Nicht vergeben, Rückfrage) lässt je nach Attributwert einen andern Rahmen um das Typ-Symbol entstehen.
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Durch die Kombination dieser Elemente entsteht ein präzises und intuitives Symbolbild, das sämtliche relevanten Informationen in einer grafisch klaren Form abbildet. Die modulare Struktur erlaubt es, das Dictionary jederzeit zu erweitern – etwa um neue Status- oder Typwerte oder zusätzliche Attribute –, ohne das bestehende System zu verändern.
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Esri Technologie im Einsatz
- ArcGIS Pro: Zur Erstellung der ArcGIS Symbol Dictionaries
- ArcGIS Enterprise: Zum Vorhalten der Daten und des Styles
- ArcGIS FieldMaps: Zur mobilen Erfassung der Infrastrukturobjekte
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Die Erfolge
Die Einführung des ArcGIS Symbol Dictionaries ist ein nicht verpflichtetes Hilfsmittel für die Revierleitenden. Trotz Freiwilligkeit ist es eine viel genutzte Alternative zur bisherigen analogen Zustandsaufnahme und führt zu spürbaren Vorteilen für die betreuten unteren Forstbehörden:
- Mehr Übersichtlichkeit
Alle wichtigen Informationen zu Objekttyp, Maßnahmenbedarf und Bearbeitungsstatus sind direkt auf der Karte erkennbar.
- Effizientere Arbeitsabläufe
Mitarbeitende müssen keine Tabellen oder Attribute mehr nachschlagen – das Symbol zeigt alles Wesentliche auf einen Blick.
- Einheitliche Darstellung über alle unteren Forstbehörden hinweg
Unabhängig vom Team oder Standort wird überall nach denselben visuellen Regeln gearbeitet.
- Geringere Fehleranfälligkeit
Da die Symbolik automatisch aus den Attributen erzeugt wird, sinkt die Wahrscheinlichkeit manueller Fehleingaben.
- Hohe Zukunftssicherheit
Neue Typen, zusätzliche Stati oder weitere Attribute können problemlos ergänzt werden.
Die Lösung zeigt eindrucksvoll, wie moderne GIS Technologie die Dokumentation und Planung in der Flächenerschließung optimiert und dabei sowohl im Feld als auch im Büro spürbare Mehrwerte schafft. Das Konzept der ArcGIS Symbol Dictionaries wird zurzeit in weiteren Fachverfahren ausgerollt.
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Kontakt
Christoph Oesterreich
Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (LGL BW)
Abteilung 3 Geodatenzentrum, Referat 36 – IT Waldwirtschaft
Stuttgarter Straße 161
70806 Kornwestheim
Tel.: +49 7154 9598-0
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