ESRI Sommercamp 2008 Nationalpark Sächsische Schweiz
"Ich habe mich in die Rotbuche verliebt"
"Ich habe mich in die Rotbuche verliebt" - ein Satz eines Schülers beim ESRI Sommercamp 2008 im Nationalpark Sächsische Schweiz. Trotz rauchenden Grills und genüsslicher Gerüche arbeiteten einige Schüler bis spät in die Nacht an ihren Karten - die Computer wurden ihnen regelrecht entzogen. Beides sind Belege dafür, dass die Ziele der ESRI Sommercamps in Zusammenarbeit mit Nationalparks erreicht worden sind: Natur und Technik den Teilnehmern näher zu bringen, sie für die Schönheit der Natur zu sensibilisieren und für die Möglichkeiten der GIS-Technologie zu begeistern.
Zum ersten Mal fand ein ESRI Sommercamp im Nationalpark Sächsische Schweiz statt. Die Wettbewerbsbeiträge der 8. Klasse des Bernhard-Strigel-Gymnasiums aus Memmingen (Bayern, Lehrerin Eva Lenkeit) sowie der 11. und 13. Klasse des Gymnasiums Lohne (Niedersachsen, Lehrer Herr Overberg) haben das Sommercamp im Nationalpark Sächsische Schweiz gewonnen. Betreut wurde das Camp von der ESRI Niederlassung Leipzig.
Insgesamt 25 Schüler, im Alter von 14 bis 17, sowie drei Lehrer erlebten hautnah den Nationalpark unter Nutzung von modernster GIS-Technologie. Basislager war das NaturFreundehaus in der geschichtsträchtigen Burg Hohenstein. Mit exzellenter Unterstützung von sechs Nationalpark- sowie vier ESRI Mitarbeitern kartieren die Schüler Genressourcen- und Totholzstandorte.

Ein Ziel des Nationalparks ist es, den natürlichen Baumbestand, wie er sich ohne wirtschaftliche Nutzung des Waldes in den letzten Jahrhunderten entwickelt hätte, wieder herzustellen. Daher ist der Standort von gebietsfremden Bäumen, die ggf. entfernt werden, von Interesse. Das Wissen um die Lage und Kondition von alten, gebietsheimischen Arten ist besonders wichtig, da Bäume oft erst nach mehreren Jahrzehnten fortpflanzungsfähig werden und erst dann als Genressourcen-Repertoire dienen. Unter dem Motto "Natur Natur sein lassen" wird Totholz im Nationalpark nicht dem Wald entnommen, sondern als ein wichtiges Mikrobiotop für hunderte von Pflanzen- und Tierarten sowie als Nährstoffquelle angesehen. Dies waren die drei wesentlichsten Kriterien, die die Schüler während des Sommercamps erhoben haben. Es wurden aber auch weitere Sachdaten aufgenommen wie Baumvitalität und Baumschäden.
Nach der Anreise der beiden Klassen am Montag kamen sich die Schüler durch verschiedene Kennenlernspiele näher. Am Dienstagvormittag wurden die Schüler von Nationalparkmitarbeitern fachlich in die Baum- und Totholzkartierung sowie von ESRI Mitarbeitern in die Bedienung der mit GPS und ArcPad ausgestatteten mobilen GIS-Einheiten eingewiesen. In fünf Gruppen ging es anschließend in das vorab abgesteckte Kartierungsgebiet. Ausgerüstet mit Kreide, Maßband, Bestimmungsbuch und mobilen GIS-Einheiten wurden die ersten Daten digital erhoben - eine körperlich herausfordernde Tätigkeit bei dem zum Teil sehr steilen Gelände. Die Datenerhebung wurde am Mittwochvormittag vervollständigt. Den Nachmittag konnten die Schüler individuell gestalten. Einige blieben im Gelände, nahmen weitere Genressourcen- und Totholzbestände auf, andere ruhten sich aus für die anschließende geführte Wanderung zum Hockstein. Die erhobenen Daten wurden am Donnerstag aufgearbeitet und visualisiert. Mit sehr viel Enthusiasmus und Einfallsreichtum erstellten die Schüler Karten zu verschiedenen Themen wie Baumbestand, Brusthöhendurchmesser und Baumschädigungen. Immer wieder erstaunlich ist die Leichtigkeit, mit der Schüler sich in das Desktop GIS von ESRI - ArcGIS ArcView - einarbeiten und Karten erstellen. Die Schüler präsentierten am Freitag im Nationalparkhaus in Bad Schandau vor Nationalparkmitarbeitern sowie der Presse die Ergebnisse ihrer Kartierung. Anschließend ging es zur Burg Hohenstein zurück - zu Fuß. Belohnt mit grandioser Natur wurden dabei so einige Längenkilometer und Höhenmeter zurückgelegt. Nach einer Woche "Natur und GIS-Technologie pur" besuchten die Schüler am Samstag die Landeshauptstadt Dresden.

Über sieben Tage erlebten die Schüler den Nationalpark Sächsische Schweiz sowie den Einsatz von GIS-Technologie hautnah. Sie werden laut der betreuenden Lehrer mit dieser Erfahrung Karten zukünftig anders betrachten. Sie werden die Arbeit, die hinter jeder Karte steckt, eher erkennen und auch durch das angeeignete Wissen um Manipulationsmöglichkeiten Karten kritischer betrachten. Von vielen Schülern kam der Wunsch, weiterhin mit Technologien wie GIS und GPS zu arbeiten.
Eine Auswahl erstellter Karten während des Sommercamps:
Weitere Bilder und ein Bericht über das Sommercamp vom Gymnasium Lohne.
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